Ich will euch etwas über mein neues Studio erzählen. Nicht so wie ich es sonst mache. Da erzähle ich euch von meinen Fortschritten, was es neues gibt und wo ich shoppen war für neue Dekoration. Nein, heute will ich euch erzählen, wie es sich anfühlt, seinen Traum vom eigenen Studio zu verwirklichen. Es sind keineswegs nur Glücksgefühle, sondern auch Zweifel. Zweifel, ob man alles schafft, was man sich vorstellt und ob alles so wird, wie man es sich wünscht. Angefangen hat alles mit einem kleinen Wunsch in meinem Kopf – dem Wunsch, ein eigenes Studio und Büro zu haben. Idealerweise kann man in diesem Büro auch indoor fotografieren. Also so etwas wie ein Wohnzimmer wäre ideal. Große Träume im Kopf, wenn man gerade in diesem Jahr, in dem man darüber nachdenkt, das Studium beendet. Richtig, ich habe im Jahr 2014 mein Studium „Digitale Medien – Fachbereich Video“ erfolgreich beendet. Selbstständig bin ich seit 2012, nebenberuflich. Es ging alles rasend schnell und schneller als ich dachte. Worauf man allerdings in keinster Weise vorbereitet sein kann, sind die ganzen Ausgaben, die auf einen zukommen. Manchmal frage ich mich, ob der Staat wirklich will, dass man sich selbstständig macht. Es ist vor allem am Anfang so kompliziert, da verliert man einfach die Lust. Ich saß also vor einem großen Berg von Steuern und Zettel Wirrwarr, den es zu ordnen galt. Was ein Glück arbeitet meine Mama im Büro und kann mir hier behilflich sein. Alleine wäre ich aufgeschmissen gewesen! Woher soll man das am Anfang auch wissen, was man wie wo und wann zu bezahlen hat und wo man überall beitreten muss. Dabei wollte ich doch nur fotografieren! Nach und nach findet man sich zurecht. Eins kann ich euch verraten: Die Leute, die Geld von einem wollen, kommen von ganz alleine. Da brauchte ich mir also keine Sorgen machen. Ich bin unendlich dankbar für die Unterstützung meiner Eltern und von meinem Freund. Wenn ich diese Unterstützung nicht hätte, wäre ich wahrscheinlich nur halb so stark. Ich bin eine Person die stetig alles hinterfragt, was sie tut. Einerseits gut, andererseits verunsichert man sich auch in vielen Situationen selbst.

Seit Mai habe ich meine eigenen Räumlichkeiten. EIGENE Räumlichkeiten. Für mich hört sich das noch etwas fremd an, man muss sich erst einmal daran gewöhnen, dass man jetzt ein eigenes Büro und gleichzeitig Atelier hat. Es macht unglaublich viel Spaß, es einzurichten. Es ist alleine meine Entscheidung, was ich wie gestalte. Das ist der Wahnsinn! Mein „Baby“, das ich die ganze Zeit im Kopf mit mir herumtrage, wird Realität. Es fühlt sich an, als hätte ich in meinem Kopf ein Gemälde gemalt, das ich jetzt zu Papier bringen darf. Gleichzeitig schwingen Zweifel mit. Zweifel, ob die überschwängliche Freude in der Realität genauso wunderbar ist, wie in meinem Kopf. Aber ich versuche im Moment zu leben. Als Selbstständige weißt du nie, was nächstes Jahr ist. Das habe ich gelernt. Ich muss einen Schritt nach dem anderen nach vorne gehen. Ab Oktober kommt meine neue Praktikantin zu mir und die liebe Annika verlässt mich leider. Sie war der perfekte Deckel zu meinem Topf.  Leider muss sie wieder in die Uni zurück und ihr Diplom machen, dafür wünsche ich ihr alles erdenklich Gute. Ab Oktober wird mich die liebe Lisa auf meinem Weg begleiten und ihr Halbjahrespraktikum bei mir absolvieren. In meinem Kopf rattert es schon und ich bin gespannt, was sich dann alles ändern wird. Was kann besser werden, was sollte man ändern um noch effektiver den Alltag bestreiten zu können.

In den drei Jahren, die ich jetzt selbstständig bin, bin ich gewachsen. Mein Unternehmen ist gewachsen und auch ich bin daran gewachsen. Ich habe gelernt, was es heißt Verantwortung für andere Personen zu übernehmen.  Seit ich gemeinsam mit einer Praktikantin arbeite, weiß ich, dass dort auf jeden Fall die Reise hingehen wird. Ich will in einem Team arbeiten. Ich will morgens in mein Büro gehen und Menschen treffen. Menschen, die sich mit einem Lachen begegnen und erst einmal gemeinsam frühstücken, bevor sie anfangen zu arbeiten. Menschen die mit mir gemeinsam daran arbeiten, das Unternehmen wachsen zu sehen. Ein Team, in dem sich jeder auf den anderen verlassen kann. Ich weiß, irgendwann ist es soweit. Irgendwann habe ich passend zu meinem eigenen Büro auch mein kleines Team, das mit mir durch Dick und Dünn geht.

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