Hi, ich bin Joy, 21 und komme aus Karlsruhe. Ich bin ausgebildete Grafik Designerin und momentan Studentin. Seit 7 Jahren bin ich als Konzert- und Portraitfotografin unterwegs.

Irgendwann in der Fotografen-Laufbahn, sei es als Profi oder Amateur, kommt man früher oder später unweigerlich an genau diesen Punkt. Den Punkt, an dem man alles hinterfrägt. Die Routine hat sich irgendwann eingeschlichen, man schießt die Fotos so, wie man es eben tut, weil man es eben immer so tut, weil genau dann nichts schief geht. Das hat zumindest bei mir zu dem Punkt geführt, an dem ich an das Aufgeben gedacht habe. Auch wenn doch eigentlich alles zu laufen schien. Ich fotografiere wirklich aus tiefster Leidenschaft und es ist nicht meine Art so etwas einfach aufzugeben, umso mehr habe ich gemerkt, dass ich genau jetzt umdenken und etwas ändern muss. Die Routine ist etwas, die sich bei jedem irgendwann einschleicht. Man hat sich daran gewöhnt Fotos so anzugehen wie es sich eben bewährt hat. Aber mit der Routine kommt auch die Gleichgültigkeit, so hart das auch klingen mag. Und an einem Punkt habe ich an den Moment zurück gedacht, an dem ich ganz am Anfang stand. An dem ich jedes Foto mit einer Art “kindlicher Naivität” anging. Erst jetzt merke ich, dass mir genau diese Einstellung fehlt. Irgendwann hat sie sich verabschiedet, genau so, wie sich die Routine und das Gefühl einfach nicht gut genug zu sein eingeschlichen hat. Diese innerliche Unzufriedenheit, die einen ein Stück weit begleitet, die man aber erst dann bemerkt, wenn es schon fast zu spät ist. Ich war nie zufrieden – weil es nie genug war, aber immer glücklich. Jetzt bin ich enttäuscht von mir selbst. Es musste nur zu dem einen Moment kommen, in dem es eben “Klick” im Kopf gemacht hat. Der Moment, in dem man durch die Routine gnadenlos versagt, an dem “es läuft” einfach nicht mehr genug ist.

Da ist sie also, die Entscheidung: aufgeben oder umdenken? Aufgeben ist keine Option, schon gar nicht, wenn man seine Ziele und Träume noch nicht erreicht hat. Das Fotografieren ist ein ständiger Prozess und ein andauerndes Weiterentwickeln, ein über sich Hinauswachsen. Es ist der ständige Kampf mit sich selbst der einen weiter bringt. Das innere Verlangen danach, einfach die Beste zu sein. Es gibt immer jemanden, der besser ist. Aber genau das ist der Antrieb den wir brauchen um nicht still stehen zu bleiben. Die Naivität bewahren. Das schätzen was man tut. Sich dieses innere Glücksgefühl bewahren und das Adrenalin. Und genau da sollten wir an den Beginn unserer fotografischen Karriere denken. Auch wenn man heute denkt 100% oder sogar mehr zu geben, muss man doch ehrlich zu sich sein. Am Anfang waren es doch 200% – und genau die müssen wir uns zurück holen.

Routine ist nicht schlecht, aber einen gesunden Anteil von Naivität sollte man sich bewahren oder zurück erobern. Nicht zu viel hinterfragen, nicht zu viel Planen. Die Dinge auf sich zukommen lassen.

Ich bin gespannt auf eure Meinung. Erzählt sie mir in den Kommentaren! Wenn ihr Fragen habt, dürft ihr sie mir auch gerne in den Kommentaren unter diesem Beitrag stellen.

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